Über das Projekt

Das Fachnetzwerk Infektionen unterstützt klinische und klinisch-epidemiologische Studien im Bereich der Infektionsmedizin und soll dazu beitragen, die Forschungslandschaft in Deutschland nachhaltig zu stärken. Es ist das erste Fachnetzwerk im NUM Studiennetzwerk (NUM SN) und baut auf den etablierten Strukturen des Nationalen Pandemie Kohorten Netzes (NAPKON) sowie der NUM Klinischen Epidemiologie- und Studienplattform (NUKLEUS) auf.

Durch die enge Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen, Forschungsverbünden und Wissenschaftler:innen werden studienrelevante Prozesse in der Infektionsforschung weiter vereinheitlicht und automatisiert. Zentralisierte Plattformen für automatisierte Machbarkeitsanalysen und Patient:innenscreening werden mit einem erweiterten Portfolio typischer Abfragen im Bereich der Infektionen ausgebaut. Ziel ist es, Studien schneller und effektiver umzusetzen und qualitativ hochwertige Daten und Bioproben für Forschungsprojekte bereitzustellen. Dadurch sollen wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen für die medizinische Versorgung geschaffen und neue Therapieansätze ermöglicht werden.

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Das wichtigste im Überblick

Das Fachnetzwerk Infektionen verfolgt das übergeordnete Ziel, die klinische Infektionsforschung in Deutschland systematisch zu stärken und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Der Anteil an Patient:innen, die an Studien teilnehmen, soll erhöht, qualitativ hochwertige Daten und Bioproben für die Forschung bereitgestellt und die medizinische Versorgung der Patient:innen durch innovative Therapieangebote nachhaltig verbessert werden. Die folgenden Schwerpunkte werden dabei besonders betont:

  • Internationale Vernetzung: Aktive Beteiligung an internationaler Infektionsforschung und Einbindung in globale Netzwerke und Plattformstudien, um die Sichtbarkeit des Studienstandorts Deutschlands zu erhöhen und dessen Repräsentation auf internationalen Tagungen und Konferenzen zu stärken.
  • Optimierung von Studienprozessen für effiziente Patient:innenrekrutierung: Standardisierung und Automatisierung studienrelevanter Abläufe einschließlich der digitalen Infrastruktur, um bürokratische Hürden zu reduzieren und die Rekrutierung zu beschleunigen. Zusätzlich wird die Etablierung und Evaluierung von Strukturen angestrebt, die eine nachhaltige Organisation des Fachnetzwerks gewährleisten.
  • Schnelle Reaktionsfähigkeit und Pandemic Preparedness: Aufbau flexibler Strukturen zur zeitnahen Identifikation geeigneter Patient:innen nach festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien sowie zur Anpassung an neue wissenschaftliche Fragestellungen und Gesundheitskrisen. Dies umfasst auch die effiziente Verwaltung eines anonymen Prescreening Logs für Infektionen, die an den Standorten behandelt werden, um rasch auf sich verändernde Herausforderungen reagieren zu können.

Trotz der bereits bestehenden Grundlagen stellt die Umsetzung des Fachnetzwerks Infektionen eine komplexe Aufgabe dar. Verschiedene regulatorische und ethische Anforderungen müssen mit der wissenschaftlichen Validität und gesetzlichen Vorgaben in Einklang gebracht werden. Zudem erfordert das Projekt eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen medizinischen, epidemiologischen und technischen Expert:innen. Um die Qualität und Effizienz der Prozesse standortübergreifend zu gewährleisten, müssen einheitliche Standards etabliert und kontinuierlich verbessert werden.

Das Fachnetzwerk Infektionen wird unter der Koordination aus Frankfurt in mehreren Phasen implementiert. Aktuell befindet sich das Projekt mit 15 teilnehmenden Universitätskliniken bis Juli 2025 in der Pilotierungsphase. In dieser Phase liegt der Fokus auf der Einführung standardisierter Screening-Verfahren zur verbesserten Patient:innenrekrutierung sowie dem Aufbau der notwendigen Strukturen und der Vernetzung an den Standorten.

In den folgenden Projektphasen werden administrative Prozesse, Vertragsstrukturen und Kommunikationswege durch die zentrale Unterstützung des NUM SN standardisiert, um klinische Studien effizienter durchzuführen. Die enge Zusammenarbeit mit weiteren Fachnetzwerken innerhalb des NUM SN fördert zudem den interdisziplinären Austausch und ermöglicht eine flexible Nutzung von Ressourcen.

Mit diesen Maßnahmen trägt das Fachnetzwerk Infektionen aktiv dazu bei, die Infektionsforschung in Deutschland nachhaltig zu stärken und innovative wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu überführen.